kulturen-online.de
Völker und Kulturen der Welt
Wikinger in Russland

Hauptmenü



Die schwedischen Wikinger zog es nach Osten, bis hinein in das heutige Russland ans Schwarze Meer und in die Gegend von Kiew. In der heutigen Ukraine wurden sie von den Ostslawen "Rus" genannt und begründeten Ende des 9.Jahrhunderts das Großreich von Kiew, den Vorgänger Russlands. Dieses Reich befand sich in Weißrussland, der Ukraine und Russland bis hin nach Moskau und St.Petersburg.

Sie selbst nannten sich Waräger (von varingr = var, altnordisch: Schwur). Sie waren durch Eide und Schwüre verbundene Krieger, die zwischen dem 8. und 12.Jahrhundert im Baltikum und in Osteuropa aktiv waren. Die Handelsbeziehungen mit Skandinavien blieben bestehen, es wurden Nahrung, Felle, Bernstein, Waffen und Sklaven ausgetauscht. Die Waräger bildeten hierbei meist die Oberschicht, der Handel über die großen Flüsse wie den Dnjepr lag in der Hand der warägischen Herrenkaste, die vor allem von den Tributen lebte, die sie ihren slawischen Untertanen auferlegte.

Ab dem 9.Jahrhundert kamen in das Reich der Rus vermehrt Söldner, die innerhalb eines Jahrhunderts slawisiert waren und dann nicht mehr Waräger genannt wurden, da dies als ein Synonym für "Fremde" ausgelegt werden dürfte. Bis zum 13. Jahrhundert dauerte allerdings der Zustrom aus Skandinavien an, die Neuankömmlinge wurden weiterhin als Waräger bezeichnet.
Vom Reich der Rus aus gab es weitere Expeditionen in ferne Gebiete, z.B. ins weit entfernte Bagdad und an den Persischen Golf. Der Ruf der Waräger war selbst bis dorthin gedrungen, und waren die Horden von Nordmännern in Sicht, flüchtete die Bevölkerung in Panik.

Mit dem Bagdader Hof existierten allerdings recht gute Beziehungen, hier gab es eine große Nachfrage nach den Gütern aus dem Reich der Rus und besonders hellhäutigen Sklaven aus Nordeuropa. Um 860 berichtet der Araber Ibn Chordabeh, in Byzanz und Bagdad nordische Kaufleute gesehen zu haben, wie sie dort Schwerter und Felle veräußerten.

Aus der Stadt Novgorod, der ein hoher Anteil warägischer Bevölkerung zugewiesen wird, segelten sie die Wolga hinunter bis nach Astrachan und das Kaspische Meer. Allgemein nutzten die Waräger gerne die großen russischen Flüsse wie auch den Don, Dnjepr, Düna und Newa, um sich fortzubewegen. Die Chasarenfürsten machten sehr schnell Bekanntschaft mit ihnen, förderten aber auch den Austausch und Handel. Vom Schwarzen Meer gelangten die Waräger nach Konstantinopel, wo sie für lange Zeit die Leibgarde des Oströmischen Kaisers stellten (Warägergarde).

Navigation
Wikinger
Eroberungen

  • > Wikinger in Russland
  • Die Normannen
  • Wikinger in Amerika

  • Die Kultur
    Nordische Mythologie
    Service